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Wir begegnen einem Event der Extraklasse und zugleich einer der größten Mountainbikeveranstaltungen überhaupt. 4 Strecken stehen zur Auswahl:
| Ultra | 116,1 km | 3150 Höhenmeter |
| Marathon | 78,5 km | 2000 Höhenmeter |
| Ultra Light | 79,0 km | 1900 Höhenmeter |
| Short Track | 48,0 km | 1000 Höhenmeter |
| (Wer versteht den Sinn der Variante Ultra Light ?) | ||
Neben der sportlichen Betätigung selbst spielt der Radsport alle seine übrigen Stärken aus: Ein prächtiges Naturerlebnis begleitet unsere Anstrengung. Das Ereignis begeistert Aktive und Zuschauer gleichermaßen. Die Stars (Sabine Spitz, Manni Heymanns ...) kommen zu Ihren Fans; nicht umgekehrt, und kostenlos. Allen wird applaudiert, auch den Konkurrenten und gar besonders den Langsamen, da die sportliche Leistung offensichtlich ist.
Die Organisation
ist nahezu perfekt und angesichts der
4554 Teilnehmer eine echte Glanzleistung. Die Wegbeschilderung lässt auch im
Angesicht der Leistungsgrenze keine Frage offen, ist sogar mit manch
motivierendem Poster an markanten Streckenabschnitten aufgelockert. Leider zeigt
das vorab gedruckte Höhenprofil nicht alle Anstiege, weshalb die Krafteinteilung
besonders an den letzten Anstiegen deutlich erschwert ist; hier ist für 2005
dringend eine Verbesserung nötig. Alle paar Kilometer sitz ein Rettungssanitöter,
teilweise in der üblichen hochmotivierten Bereitschaftsposition. Ebenso
regelmäßig liegen Erste-Hilfe-Stationen für erkrankte Bikes verteilt. Die
Verpflegungsstellen sind großzügig aufgestellt, damit auch der ganz eilige Racer
nicht warten muss. Wir finden isotonische Getränke, Wasser, Apfelschorle, Cola.
An Festnahrung bekommen wir Äpfel, Bananen, Brot, Riegel sowie das kau- und
schluckfreundliche Power-Gel gereicht. Hervorzuheben ist, dass alle Beteiligten, auch
wenn es mal stressreicher wird, immer sehr bemüht und freundlich sind. Wir
werden aufgefordert, noch mehr zu trinken (Kampf den Wadenkrämpfen), das salzige
Brot doch auch einmal zu probieren, ... und zum Abschied "noch eine gute
Fahrt ..."
Die Schwarzwälder
sind also allesamt in
Volksfeststimmung. Jeder klatscht, bimmelt mit Opas alter Kuhglocke und ruft
-wenn die Beine am Anstieg schmerzen- Aufmunterndes zu. Mal fahren wir an
Akkordeonspielern vorbei, mal beschallen Anwohner mit ihrer Stereoanlage unseren
Weg mit treibenden Sounds. Selbst der radsportbegeisterte Bahnhofsvorsteher
einer entlegenen Ortschaft nutzt seine Lautsprecher, um uns in ohrenbetäubender
Lautstärke anzuspornen. Ein besseres Publikum kann man sich nicht vorstellen.
Die Akteure
teilen sich in 2 Gruppen auf.
Zunächst
sind da die ganzen Radsportgrößen, denen man eigentlich nur in den Medien
begegnet. Diese Lizenzfahrer, die heute erstmals um den offiziellen Titel des
Deutschen Meisters kämpfen, fahren im ersten Startblock. So bleibt uns in aller
Frühe (Start um 7:20 Uhr) genügend Zeit, die Stars und Ihre Ausrüstung aus
nächster Nähe zu bestaunen. Völlig unverständlich ist jedoch, warum sich
entgegen dem Reglement (!) einige der weltbesten Mountainbiker bis zur letzten
Minute warmfahren dürfen, während die Kontrahenten die letzten 20 Minuten vor
dem Start im Startblock warten müssen.
Die zweite Gruppe sind die Amateure.
Es wird ein freundliches Miteinander, sehr
sportlich aber ohne übertriebenen Ehrgeiz. Die meisten Radler wissen eh, dass
man beim letzten Drittel eines Marathons sein eigener Gegner ist, die anderen
sind Gefährten.
Bei Pannen und Verletzungen wird sofort Hilfe angeboten, auch unter Inkaufnahme
eines schlechteren Ergebnisses. Im Wesentlichen ist das teils internationale
Publikum angereist, um eine gute Zeit zu verbringen und nette Kontakte zu
knüpfen. Gesamteindruck auch hier: sehr positiv.
Die
Martinis, ach ja, die sind auch dabei. 5 sind es (es gibt noch mehr).
Das ist uns eine besondere Freude. Martinis ist so eine Art Synonym für
Radsportfreu(n)de. Man trifft sie eigentlich überall dort an, wo etwas mit
Mountainbike zu tun hat. Sie treten im Rudel auf, verbreiten erheblich gute
Laune und sehen das Biken im Kontext, denn "...
Mountainbiken ist mehr".
Das Ziel
ist ein besonderes Erlebnis. Zuerst führt der
Weg der Langstrecken über eine hohe Holzrampe, dann kommt die Zieleinfahrt mit
einer Stadionrunde vor vollen Tribünen. Jeder, auch der Langsame, wird
beklatscht. Jeder darf sich ein bisschen wie ein Radstar fühlen und weis, dass
er/sie heute in den eigenen Grenzen das obere Limit abgetastet hat. Ziel.
Erleichtert steigt man ab und bemerkt erst jetzt, wie sehr so manches Körperteil
schmerzt.
Die Frage, die bleibt, ist nur: Wann können wir uns für das nächste Jahr anmelden? Bis dahin werden wir natürlich noch einige Tausend Kilometer mehr in den Beinen haben ...
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