8. Schwarzwald Bike Marathon
in Furtwangen 12.09.2004, 1450 Starter

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>>>      Scheichs, Dunstschleier und Suppenklau      <<<
 
Start

"Drei zwei eins... Peng! Mit dem Knall der Startpistole schnellt der Puls in die Höhe. Attacke! Platz schaffen in der Enge des Starterfeldes. Überholen, vorarbeiten. Die Beine fühlen sich gut an. Links vorbei. Rechts vorbei. Schon 100 Höhenmeter. Gleichmäßig atmen, Rhythmus finden. Die Motivation steigt, gleich ist der erste Gipfel in Sicht. Ein Schluck aus der Flasche, oben gibt`s eine Verpflegungsstelle. Rein in die Abfahrt. Volle Konzentration, eins werden mit dem Bike, rein in die Kurve. Sehr schnell. Es scheppert und rüttelt. Viel zu schnell, das wird knapp, das reicht nicht... es reicht doch. Schwung mitnehmen, Adrenalinflash. Wow!" (© aus C. Listmann: Mountainbike-Marathon, Delius Klasing Verlag)

So war es denn auch - ein voller Erfolg. Mann und Maschine stimmten heute.

TobiAlexHaraldLahmi

Lob 1: Am Vortag gibt es die traditionelle Startnummernausgabe und Nudelparty. Nudeln gibt es viele und leckere, Nachschlag ist frei. Wir essen in der Mensa der FH und lernen gleich nette Furtwängler kennen, die uns in die Details der Streckenführung einweihen sowie noch ein paar Tipps geben. Dann fragen sie noch "Was fährst du für ein Bike, damit wir dich morgen am Start wieder erkennen?" Wir haben uns wieder erkannt. "Gute Fahrt!" Nette Jungs.

NebelLob 2: Petrus segnet uns am Start mit einem heftigen Regenguss. Danach bleibt es zwar trocken, doch bewölkt. Und wir strampeln bergauf, erreichen die Wolken und tauchen in einen nebligen Wald ein. Man sieht vielleicht 20 Meter weit. Kurz darauf reißt der Dunstschleier auf und wir sehen hinab in den schönen Hochschwarzwald. Was für ein Schauspiel! Später, ab mittags zeigt sich immer öfters die Sonne.

Lob 3: Die Organisation ist im 8. Jahr wie erwartet perfekt. In einigen Punkten sogar besser als wir es je erlebt haben. Es gibt eine im wahrsten Sinne ausgezeichnete Wegbeschilderung.  Eine Vielzahl von Verpflegungsstellen, 6 oder 7 auf 90km, sorgen für neue Brennstoffe. Es gibt u.a. Wasser, Apfelschorle, Isodrinks, Bananen, Riegel, Gebackenes, schließlich sogar Cola, Hefezopf und Bouillon. Von allem gibt es reichlich und wird auch an jedem Versorgungspunkt von großen und kleinen Helfern gereicht. Hier möchte ich noch dem kleinen Mädchen an der letzten Versorgungsstelle danken, das mir aus lauter Übereifer versehentlich seine eigene Bouillon gereicht hat. Da ich zu gut in der Zeit lag, konnte ich leider nicht umdrehen und sie dir zurückgeben. Die Suppe hat aber sehr gut geschmeckt. Danke, du hast etwas gut bei mir!

Lob 4 (fettes Lob): 600 Helfer sind dabei. So motiviert und voller Euphorie. Das ist absolut spitze. Vor allem die kleinen Helfer überschlagen sich förmlich, wenn es darum geht, die Trinkflasche zu füllen, noch ein paar Riegel zuzuwerfen, und dann feuern sie jeden an, der eilig weiter seines Weges zieht. Ebenso die Streckenposten. Jeder (!) winkt deutlich erkennbar an Kurven, signalisiert besonders gefährliche Passagen: "Vorsicht! Enge Kurve!" "OK, Danke." Auch - oder vor allem - Ihnen ist es zu verdanken, dass es heute zu keinem schweren Sturz kommt. Sicherlich wäre der eine oder andere auch gerne mitgefahren.

HörnchenLob 5: Die Schwarzwälder sind begeisterungsfähig. Wieder arbeiten sie mit allen Tricks, um uns anzufeuern. Klatschen, Jubeln, Stereoanlage, Kuhglocken, Rasseln. In den Dörfern, durch die wir fahren, ist teilweise Volksfeststimmung. Sehr beeindruckt hat mich der tanzende Scheich in St. Georgen. All diese Aufmunterungen sind durch nichts zu bezahlen, wenn einem am steilen Anstieg bei Kilometer 70 der Kopf vor Anstrengung platzen möchte und man sich fragt: "Wer hat mich hier angemeldet? Was mache ich hier eigentlich?" Hätten wir die Hände nicht zum Lenken gebraucht, so hätten wir den Schwarzwäldern zurück applaudiert.

Kritik: Es gäbe das eine oder andere zu verbessern. Das ist ja immer so. Die Veranstaltung war aber insgesamt so stimmig, dass man sie so belassen sollte, damit sie ihren Charme nicht verliert. (Es hat übrigen nicht gestört, dass keine teuren Superstars der MTB-Szene eingekauft wurden.)

War wunderbar, weiter so, wir kommen wieder.
Steidl mit Radl

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