Wertigkeit der Endosonographie im diagnostischen Staging primärer Magenlymphome

Hoepffner N, Lahme T, Gilly J, Menzel J, Koch P, Foerster EC (2003)

Medizinische Klinik 98: 313-317
 

 

Zuammenfassung:

Hintergrund und Ziele: Die Inzidenz von MALT-Lymphomen ("mucosa-associated lymphoid tissue") des Magens nimmt in den letzten Jahren deutlich zu. Gerade bei konservativen Therapieansätzen mittels Eradikation oder Chemotherapie ist eine exakte Klassifizierung des Lymphomstadiums unabdingbar. Ziel der Studie war, die Wertigkeit des endoskopischen Ultraschalls (EUS) im Vergleich mit anderen bildgebenden Verfahren beim Staging von MALT-Lymphomen zu ermitteln.

Patienten und Methodik: Im Rahmen einer prospektiven Studie mit konservativem Therapieansatz (Münsteraner Studie für GIT-NHL) wurden an der Uniklinik Münster im Zeitraum von 02/1992 bis 11/1998 insgesamt 44 Patienten mit der Diagnose eines niedrig- oder hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) des Magens aufgenommen und mittels weiterführender diagnostischer Maßnahmen einem Lymphomstadium zugeordnet. Hierbei kamen neben Gastroskopie (ÖGD) und abdomineller Sonographie (US) auch die Computertomographie (CT) und der EUS zum Einsatz.

Ergebnisse: Bei 42 von 44 Patienten (95,5%) ließ sich das MALT-Lymphom durch die Endosonographie darstellen (in zwei Fällen gelang die Diagnosestellung nur mittels Histologie). In Bezug auf die Detektion einer Magenwandverdickung bzw. Wandschichtaufhebung ergab sich für den EUS im Vergleich zur US und CT eine hochsignifikante Überlegenheit (p < 0,001). Bei der Detektion pathologischer Lymphknoten zeigte sich für den EUS im Vergleich zur US ebenfalls ein hochsignifikanter Vorteil (p < 0,001), lediglich im Vergleich zur CT ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied (p > 0,05). In vier Fällen ergab der EUS ein niedrigeres Stadium bei Manifestationen außerhalb des Magens (IVE), bei einem weiteren konnten Lymphknoten nur mittels thorakaler CT gesichert werden. In 70% der Fälle ergab sich durch den EUS ein erweiterter Regional- bzw. Lymphknotenstatus, in 57% der Fälle war eine Stadienzuordnung ausschließlich mittels EUS möglich.

Schlussfolgerung: Der EUS stellt eine überlegene diagnostische Technik gegenüber der konventionellen Bildgebung (mittels US und CT) in der Diagnosestellung von Magen-NHL dar. Im Rahmen neuerer konservativer Therapieansätze kommt ihm eine zentrale Rolle im Staging zu.


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