Prospektive Studie zur klinischen Validität der
Endosonographie bei der Diagnosesicherung und
der Verlaufskontrolle primärer Magenlymphome
vom MALT-Typ unter Chemotherapie und Radiatio

Thomas Lahme

Inauguraldissertation, Oktober 1999
 

 

Zuammenfassung:

Einleitung: Der Magen ist die häufigste Lokalisation primärer extranodaler Non-Hodgkin-Lymphome (NHL). Die Endosonographie (EUS) gewinnt neben der Diagnostik auch bei der Verlaufskontrolle im Rahmen neuer Therapiestudien mit konservativem Ansatz (Eradikation, Strahlentherapie, Chemotherapie) zunehmend an Bedeutung.

Methodik: Im Rahmen der prospektiven Multizenterstudie "Gastrointestinale Non-Hodgkin-Lymphome (GIT-NHL)" an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster konnten zwischen Januar 1992 und November 1998 insgesamt 44 Patienten (22 Männer und 22 Frauen, Alter Ø 60 Jahre) mit histologisch gesichertem MALT-Lymphom (MALT = mucosa-associated lymphoid tissue) des Magens endosonographisch untersucht werden. 26 Patienten konnten über einen mittleren Zeitraum von 28 Monaten nachbeobachtet werden. Jeweils 13 Patienten wiesen ein niedrigmalignes bzw. ein hochmalignes NHL auf. 19 Patienten erhielten eine kombinierte Radio-/Chemotherapie, 6 Patienten eine alleinige Radiotherapie und ein weiterer Patient lediglich Chemotherapie.

Ergebnisse: Bei der Primärdiagnostik wurde der Lokalbefund mittels EUS in 42 von 44 Fällen erfasst. Im Vergleich mit konventionellen bildgebenden Verfahren (Sonographie, CT) wurde bei 31 Patienten mittels EUS ein erweiterter Regional- bzw. Lymphknotenstatus erhoben. Bei 26 Patienten konnten in einem mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 28 Monaten insgesamt 155 endosonographische Verlaufsuntersuchungen Verlauf der Magenwanddicke bei 22 Patienten mit kompletter Remission durchgeführt werden. In allen Fällen zeigte sich im Falle eines Therapieansprechens (22 Patienten mit kompletter Remission) eine Rückbildung der endosonographischen Veränderungen, allerdings dauerte die Wiederherstellung der Schleimhautschichtung wesentlich länger als die histologische Restitution. Zwei Patienten zeigten eine partielle Remission. In zwei weiteren Fällen konnte endosonographisch ein Rezidiv vor der histologischen Sicherung bei neu aufgetretener Infiltration der Magenwand detektiert werden.

Schlussfolgerung: Es konnte gezeigt werden, dass sich die Endosonographie im Vergleich zur konventionell bildgebenden Diagnostik als leistungsfähiges Verfahren sowohl bei der Erstdiagnostik als auch bei der Verlaufskontrolle konservativ therapierter primärer NHL des Magens erweist.


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