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Tag 14 / 57,8km / 1686Hm
San Martino di Castrozza >> Spera
Nach dem ersten Anstieg (500 Hm) gelangen wir oben zur Malga Tognola. Es
folgt eine ruppige Abfahrt, die auch für gute Fahrer nur zu maximal 50%
fahrbar ist. Manu dokumentiert dieses mit einem Sturz vorne über den
Lenker, hinein in grobes Gestein: mittlerer Bluterguss, einige Schrammen,
Bike ok. Klarer Fahrfehler, Unaufmerksamkeit, mit dem hohen Schwerpunkt
aufgrund unseres Rucksacks ist es dann schnell passiert. Doch es kann
weiter gehen. Obwohl: die Moral für heute ist dahin, Manu steigt bei der
geringsten Unebenheit ab, hat noch lange wacklige Knie.
In Caoria tätigen wir ein paar Einkäufe: 4 Brötchen, 1 Stk. Käse, 2
Tomaten, 1 Rolle Ringo-Kekse mit Vanillefüllung. Damit dürften sowohl
Mittagsrast als auch Hungerast kein Problem mehr darstellen. Am Refugio
Refavaie, am Fuße des Passo Cinque Croci, suchen wir uns am Ufer eines
Wildbaches ein nettes Plätzchen zur Erholung. Die alte Militärstraße
hinauf zum P.so 5 Croci ist gut zu fahren, aber elendig lang. Oben
angekommen können wir die 5 Kreuze zu unserer Enttäuschung nicht
bestaunen. Sie sind demontiert. Den Grund können wir nicht in Erfahrung
bringen. Unterkunftsuche: Rif. Carlettini verfallen, Rif. Crucola führt
keine Schlafplätze mehr. Wir nehmen ein Hotel in Spera mit beeindruckender
Aussicht über Agnedo und die angrenzende Bergkette. |
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Tag 15 / 62,7km / 1302Hm
Spera >> Chiesa
Abschied von den mächtigen, bizarren Bergen der Dolomiten. Grillengezirpe
begleitet inzwischen beständig unseren Weg, das erste Foto unter Palmen
ist geschossen, die Temperaturen sind unverkennbar südländisch, heute
messen wir bis max. 39°C. Da kommt ein Bad im Lago di Caldonazzo gerade recht.
Dazu gibt es gekühlte Cola und Eis. Anschließend ein kleines Schläfchen
zur Regeneration. Toll!
Trotz unseres Bemühens um Erholung zeigen sich bei Manu und mir jedoch
erhebliche Erschöpfungszeichen: Wir können nicht mehr lange auf dem Sattel
sitzen, die Beine gehen immer wieder zu, lange Anstiege zwingen uns
wiederholt zu Pausen. Zum Abschluss der heutigen Tour bewältigen wir noch
einmal 850 Höhenmeter Anstieg über den Kaiserjägerweg nach Bertoldi in
sengender Hitze. Zeitweise sind unsere Trinkflaschen leer getrunken, keine
Möglichkeit nachzufüllen, zu wenig Wasser, Exsikkose, Kopfschmerzen.
Die permanent sportlich-rasant-riskant-rücksichtslose Fahrweise der Italiener auf
der schmalen Passstraße raubt uns den letzten Nerv.
Kaiserjägerweg: abenteuerliche Straße, heute asphaltiert, die im
ersten Weltkrieg von den österreichischen Kaiserjägern in den steilen Fels
geschlagen wurde und so den Weg zu den Hochebenen Folgaria, Lavarone und
Luserna freigaben - für die meisten Heldenmütigen war es der letzte Weg,
ein Weg in den Tod. |
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Tag 16 / 60,9km / 1153Hm
Chiesa >> Rovereto
Gestern habe ich bei der Ankunft in Chiesa noch zäh den Preis für unsere
Hotelübernachtung (inkl. Frühstück) von 40 auf 30 € heruntergehandelt.
Heute muss ich feststellen, dass der Preis nicht pro Person, sondern für
uns beide gemeinsam gedacht war. Und das, wo unser Hotelier ("Buongiorno,
Chef") extra für uns deutsche (sonst gibt es nämlich nur Italiener hier)
Eier gekocht, gepellt, in der Mitte durchgeschnitten und in ein
Warmhaltetüchlein gelegt hat. Schlechtes Gewissen.
Dann beschert uns der Tag noch ein paar nette Prüfungen:
· Auf halbem Wege, in Folgaria, führt uns das
Roadbook in die Irre. Nach 3 Anläufen (ca. 1 h gesucht) suchen wir uns
einen eigenen Weg.
· Hinter Folgaria kämpfen wir uns 500
Höhenmeter bergauf, die wir auf der Rückseite des Berges anschließend
vollständig wieder hinab schieben bzw. tragen müssen (Ich glaube hier
hatte Manu ihr absolutes moralisches Tief).
· Im Zielort Rovereto hat kein Hotel mehr freie
Betten. Wir suchen ewig lange und entscheiden uns angesichts unserer
Erschöpfung bei Einbruch der Dämmerung für ein 3-Sterne Garni-Hotel an der
Hauptstraße. Das schmutzigste Hotel, das ich je gesehen habe
(70€/2Pers!!). Auf der Parkbank hätten wir sauberer genächtigt.
· Nachts erst schwül-stickige Hitze, dann
orkanartiges Unwetter. |
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Tag 17 / 53,0km / 1493Hm
Rovereto >> Riva del Garda
Frühestmöglich verlassen wir diese üble Spelunke. Schmutz, Ekel,
Fernfahrer mit schlechtem Benehmen, ... so früh waren wir noch nie fort.
5:45 Uhr aufgestanden, 6:30 Uhr weg.
Der letzte Abschnitt: So nahe liegen Glück und Leid beieinander. In der
Nacht regnen die für heute angesagten Wolken ab, dafür haben wir jetzt
strahlendes Wetter, angenehme Temperaturen (25-30°) und glasklare Luft mit
bester Fernsicht.
Die Beine sind gut. Noch 2 Anstiege sind zu bewältigen. Ein längerer mit
900 Hm nach Malga Somator. Dort machen wir eine gepflegte Rast mit Kaffee,
Cola und Kuchen. Fantastisch. Dann noch ein kleiner Anstieg bei Pannone.
Gleichsam einer sich aufbauenden Spannungskurve zeigt sich
der Gardasee immer nur kurz zwischen den Bäumen, während wir noch durch
die Berge fahren. Da, da war er wieder! Der Lago! Aber nur kurz, schon
wieder weg. Unerwartet verschwindet er dann bei der Abfahrt nach Arco
ganz. Noch eine knappe Stunde fahren wir durch Obstplantagen.
Das kurze Finale.
Steiles Hochgebirge stürzt fast senkrecht hinab ins vermutete Wasser
hinter Riva, dessen Tore wir sehen. Bald fahren wir durch Rivas enge alte
Gassen, über die "Piazza des 3. November" und plötzlich stehen wir keine
fünf Meter entfernt vor dem See (...)
2½ Wochen einer Alpenüberquerung mit dem Mountainbike
sind zu Ende. Glück und Fülle. Ein Erlebnis ist nun vorbei, das wohl noch
lange in uns nachwirken wird. |
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Tag 18 / 0,0km / 0Hm / :-)
Pausentag in
Riva del Garda
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der Alpenüberquerung |
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