Grundsätzliches
Wer Korsika mit dem Rad erobert, dem ist so manch herrliches Abenteuer
sicher.
Mit dem Rad erlebt und erfährt man die Insel intensiver.
Auch
wenn man vor allem im Gebirge immer wieder auf Rennradfahrer stößt, so
ist angesichts des Zustands der korsischen Straßen das Mountainbike
sicherlich das geeignetere Fortbewegungsmittel (>>
Bilder Korsika Süd und Bilder
Korsika Nord).
Auf dieser Seite werden unsere 8 besten Touren durch Korsika
kurz beschrieben. Wir können sie uneingeschränkt weiterempfehlen. Ein Download der entsprechenden Karten mit
eingezeichneter Tour ist natürlich auch möglich (Rechtsklick und Ziel
speichern unter). Als Ausgangspunkt
dienten uns verschiedene Campingplätze, von denen aus wir dann unsere
Touren gestartet haben. |
Sicherheit
Korsika zählt zu den am dünnsten besiedelten Inseln im Mittelmeer. Auch
ist Korsika keine gezähmte Natur. Man beachte nur einmal die hohen Bögen
der Genuesenbrücken, um abzuschätzen, wie hoch die Flüsse bei Gewittern
anschwellen können. Zumindest im einsamen Inland sollte man auf folgende
Dinge nicht verzichten:
 | Handy und Kompass |
 | IGN-Karten am besten 1:25000 (IGN
= Institut Geographique National) |
 | volles 3 l-Camelbak-Reservoir |
 | warme und regenfeste Kleidung
(wenn man es am Strand vor Hitze nicht mehr aushält, liegt auf dem
Monte Cinto oft noch Schnee; oben wird`s kalt!) |
 | großzügige Zeitplanung |
 | guter Funktionszustand des Bikes
und gängige Ersatzteile (2 Schläuche, 8x Flickzeug, Luftpumpe, Seilzüge,
Werkzeugtool
...) |
Auch sollte man bei guter Kondition
sein, da die Anstiege auf Korsika mitunter recht knackig sind. Schnell
kommen 1000 - 2000 Höhenmeter zusammen. |
unterwegs
Das Kartenlesen hat so seine Tücken: Der "zweite Pfad links in
den Wald" ist in der Regel auch dort, doch leider auch noch ein
dritter, vierter oder gar fünfter an ungefähr gleicher Stelle. Hierbei
handelt es sich dann meist um Schneisen für Löschfahrzeuge im Falle
eines Waldbrandes, welche nicht selten irgendwann als Sackgasse enden. Genaues
Kartenlesen, gutes Kartenmaterial und ein bisschen Zeit zum Suchen sind
hier vonnöten.
Für uns Städter gab es noch ein weiteres Problemchen: In Korsika weidet das
Vieh in der Regel wild. Und so begegneten uns fast täglich Schweine,
Ziegen, Kühe und leider auch die dazu gehörigen Bullen auf schmalem
Pfad. Wenn man dann in irgendeiner Einöde Aug in Aug an einer ganzen
Herde samt Leitbullen vorbei muss (links und rechts die undurchdringliche
Macchia), spürten wir unser Herz schneller und lauter schlagen als an den
steilsten Anstiegen. Uns haben die Tiere nie etwas getan und mit der Zeit
gewöhnt man sich an sie.
Apropos Tiere: im Gegensatz zur giftigen Aspisviper auf der Nachbarinsel
Elba soll es auf Korsika keine gefährlichen Tiere geben. |
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Reisezeit
Am besten reist man im Mai/Juni. Dann blüht die Macchia, die Temperaturen
sind noch erträglich, Waldbrände bleiben noch aus, und der große
Touristenansturm hat ebenfalls noch nicht begonnen.
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Tour 1,
Porto-Vecchio / Bonifacio (47 km)
Die erste Tour führt entlang der Küste auf Wirtschaftswegen und
Singletrails, beginnend südlich von Porto-Vecchio bis zur Südspitze
Korsikas, nach Bonifacio.
Start ist die Bucht von Rondinara mit
gleichnamigem Campingplatz, einem der schönsten, die wir
auf Korsika
gesehen haben. Unterwegs gelangt man immer wieder an das Meer. Bonifacio
ist eine wunderschöne Stadt, deren Altstadtkern von einer Festung
gebildet wird, erbaut auf 60 m hohen Felsklippen. Lohnend ist eine
Bootsfahrt zu den Klippen und in die Grotten von Bonifacio. Zurück geht
es über die N 198, schließlich über Suartone zurück zur Bucht von
Rondinara.
Man kann die Tour noch ausdehnen, indem man die N 198 weiter Richtung
Porto-Vecchio fährt. Ca. 10 km hinter der Abzweigung nach Suartone geht`s
dann rechts zum Plage de Palombaggia, einem der schönsten Strände
Korsikas.
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Karte zu
Tour 1
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Tour 2, Col de
Bavella (49 km)
Diese Gebirgs-Tour zählt zu den aufregendsten Mountainbikeerlebnissen im
Süden
Korsikas, zumal wir zeitweise 2-3 Stunden lang im Gebirge keiner
Menschenseele begegnet sind. Nur hier und da trafen wir ein paar wild
weidende Kühe und Bullen. Genügend
Zeit einplanen und nur bei gutem Wetter starten!!
Die Tour beginnt im Gebirge in Zonza (903 m), wo man gut parken kann, dort
auch ein schöner Campingplatz (Camping La Riviere). Zunächst Anstieg zum
Bavella-Pass über die D 268 auf 1218 m. Dann Abfahrt auf gleichem Wege
bis zur Pferderennbahn. Ein paar 100 m hinter scharfer Kurve (fast 180°) rechts abwärts
auf Forstweg. Nun beginnt der einsame Teil, Orientierung an den imposanten
Berggipfeln. Entlang der Bavella-Gruppe kommt man zu einer tiefen
Schlucht, dann gen Heimweg über Prugna (fast verlassenes Dorf), dort
links halten und zurück zur D 420, die zurück nach Zonza führt.
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Tour 2 |
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Tour 3, Golfe
D`Ajaccio (55 km)
Südlich von Napoleon Bonaparte`s Geburtsort Ajaccio liegt Porticcio, noch
etwas weiter dann Ruppione.
Dort beginnt die Westküsten-Tour entlang der D 55 in südlicher Richtung.
Der Tour de Castagna ist einer der vielen Türme auf ins Meer ragenden
Landzungen, von denen aus früher Piraten rechtzeitig erkannt werden
sollten. Ein Stückchen zurück und die D 155 führt 500 Höhenmeter steil bergauf
ins Landesinnere. Immer weiter entfernen wir uns von der Küste ohne diese
aus den Augen zu verlieren. Klasse Aussicht! Es geht wieder die D 55 bergab, auf halbem Weg zur Küste dann am Kriegsdenkmal rechts in Forstweg,
bald taucht eine verwilderte Eukalyptus-Allee auf, weiter bis zur Küste.
An Ruppione vorbei erreicht man den nächsten Piratenturm (Tour de
l`Isolella) mit Blick auf
Ajaccio.
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Tour 3 |
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Tour 4, Lac de
Tolla (27 km)
Nordöstlich von Ajaccio liegt im Inland Tolla. Nach dem Bau eines
Staudammes wurde das Tal
bei Tolla überflutet. Den Stausee kann man mit
dem Bike umrunden. Viele Höhenmeter und grandiose Aussichten erfreuen des
Bikers Herz.
Ab Tolla wird der Stausee gegen den Urzeigersinn umrundet. Ein riesiger
Staudamm und ein kleinerer, nach einigen km endet der Weg um den See als
Sackgasse. Etwas zurück und südöstlich zweigt ein Weg ab, dem Stausee
abgewandt und steil einen Berg hinauf. Immer einsamer wird der Forstweg.
Welche Autos kommen hier überhaupt noch hoch?? Der See ist außer Sicht
und man gelangt irgendwann wieder auf Asphalt, die D 27. Nördlich zur
Prunelli-Schlucht und dann zurück nach Tolla.
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Tour 4 |
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Tour 5, Balagne (45 km)
Die nächsten 4 Touren liegen alle im Norden Korsikas. Südlich der Hafenstadt Ile
Rousse liegt unser Ausgangspunkt:
Camping Bodri
mit einem schönen Sandstrand in 500 m Entfernung. Tour 5 ist einfach und
eignet sich gut als Einstiegstour.
Von der Hauptstraße N 197 Richtung Ile Rousse zweigt bald rechts
landeinwärts die D 151 nach Corbara ab. Und nun kurbeln wir fröhlich
die Serpentinen hinauf, angespornt von einer immer weiter reichenden Aussicht. Erstes
Highlight ist ein kleiner Abstecher rechts nach
Pigna, das
Zentrum korsischen Kunsthandwerks. Weiter bergauf zweigt zwischen Aregno und
Cateri links die D 413 nach Sant`Antonino ab. Sant`Antonino ist ein
sehenswertes kleines Dorf das über den felsigen Gipfel eines Gebirgskamms
gebaut wurde. Dieselbe Straße (D 413) bringt uns wieder zurück zur D 151. In
Cateri links auf die D 71, vorbei an Murato, dann am Ortsausgang von Muro
links auf die kleine Asphaltstraße D 13, später auf D 113 und wir lassen den
Stausee links liegen. An der T-Kreuzung links auf der D 63 über
Monticello nach Ile Rousse.
Variante: Wer noch Kraft hat, nimmt hinter Monticello links die D 263 und
fährt über Palmento wieder nach Corbara. |

Karte zu
Tour 5 |
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Tour 6, Monte Cinto (56
km)
Auf dem höchsten Berg Korsikas, dem Monte Cinto mit 2710 m, liegt
selbst im Hochsommer an den Nordhängen noch Schnee.
Diese Tour führt von 272 Metern Höhe durch die
Asco-Schlucht
hoch bis nach Haut-Asco (1422 m) am Fuße des Monte
Cinto. Oben und für die 30-km-Abfahrt (!) warme Sachen mitnehmen. In dem
Hochtal leben seltene Tierarten: Mufflons, Steinadler und Bartgeier. Durch
den langen Anstieg kann diese Tour als schwer bezeichnet werden.
Wir reisen mit dem Auto an: Nördlich von Ile Rousse fahren wir die breite N
197, im Landesinneren wird
sie zur D 8 und wir folgen den Schildern immer Richtung Ponte Leccia;
kurz vorher rechts abbiegen auf die D 47 nach Haut-Asco. In Capannace
ist rechts am Sportplatz ein großer Parkplatz. Dort lassen wir das Auto
stehen und steigen auf`s Bike.
Ab Capannace geht es immer entlang der D 147. Nach 10 km verengt sich das
zunächst breite Tal zur engen Schlucht, die Gorges de l`Asco. In Asco
kann man gut rasten. Die D 147 umgeht den Ortskern. Man kann sich aber auch
geradeaus halten und durch die kleine Siedlung fahren. Kurz hinter Asco
zweigt ein kleiner Wirtschaftsweg links Richtung Gebirgsbach ab. Nach gut 1
km mündet dieser schöne Weg wieder auf der D 147. Wir bleiben nun auf dieser
Straße bis Haut-Asco. Dort befindet sich eine bewirtschaftete Hütte. Nach
einer wohlverdienten Pause warten dann noch 30 rasante km Abfahrt. |

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Tour 6 |
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Tour 7, Bocca di
Bonassa / Fango-Tal (56 km)
Diese Tour ist extrem schwer und überhaupt nur bei gutem Wetter durchführbar. Früh
losfahren und mindestens 6,5 Stunden einplanen, Badesachen mitnehmen.
Anfahrt
mit dem Auto: Von Ile Rousse über N 197 südlich, vor Calvi links auf
die D 81. Auto an Kreuzung in Suare stehen lassen. Auf`s Bike und
entlang der asphaltierten D 251 geht´s mit gemäßigter Steigung zum
Forsthaus Bonifatu. Dort kann man sich noch
kurz stärken. Nun fährt man ca. 800 m zurück
auf der Straße vom Forsthaus bis bald links im Wald der beschilderte
Weitwanderweg Tra Mare e Monti abzweigt. Nun wird es anstrengend! Wir
folgen diesem Weitwanderweg bergauf zum Pass Bocca di Bonassa. Der
Großteil ist nicht fahrbar, so dass man sein Bike ca. 2 Stunden lang
schiebend und tragend nach oben bringt. Aber es lohnt sich. Nach Überquerung
des Kammes warten zahlreiche Kilometer perfekter Singletrails. Es dauert
eine kleine Ewigkeit, bis man an der Truvarelli-Brücke über dem
Fango-Fluss aus seinem Traum gerissen wird.
Pause: Links, ein paar Meter flussaufwärts liegt eine Versorgungshütte (Gite
d´Etape) direkt am Fango. Dort kann man eine schöne Pause verbringen.
Ebenso bietet sich ein ruhiges Plätzchen am Fango-Fluss an, in dessen Gumpen
ein erfrischendes Bad neue Geister weckt.
Rückweg: Es geht leicht bergab und meerwärts auf der D 351. Nach
einigen Kilometern rechts halten auf die D 81. 2,5 km später wieder rechts
über das breite Flussbett und hinter der Brücke wieder rechts, immer noch
auf der D 81. Weiter geht es auf schwach befahrenen Nebenstrassen vorbei an
Porta Vecchia und wir haben noch einen letzten Anstieg bis hinauf zur
Bocca di Marsolinu. Nun bringt uns ein rasend schneller Downhill auf
der Teerstraße zurück nach Suare. Traumtour mit Grenzerfahrungen. |

Karte zu
Tour 7 |
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Tour 8, Désert des
Agriates (38 km)
Die Désert des Agriates ist ein Naturschutzgebiet an der Westküste
vor St. Florent. Zwar ist die Natur gar nicht so öde, wie der Name
vermuten lässt, aber wir haben auf dem ganzen Weg keine Siedlungen oder
Versorgungsstellen gesehen. Also genügend Nahrung mitnehmen und den Camelbak
ganz füllen. Die Tour ist leicht und mündet an einem wunderschönen
Karibik-ähnlichen Sandstrand.
Startpunkt ist eine Gaststätte an der Hauptstraße (D 81) von Ile Rousse nach
Bastia, ungefähr 8 km hinter Ile Rousse auf der linken Seite. Man kann
direkt an der Schenke parken. Von hier aus geht es auf der D 81 Richtung
Bastia ungefähr 1,7 km bis zur Straßenkreuzung, an der man links auf die D
81 Richtung St. Florent abbiegt. Nun folgt ein gut 6 Kilometer langer
mäßiger Anstieg bis auf den Pass Bocca di Vezzu. Von nun an geht es
nur noch über Schotterpisten und Singletrails. Am Pass in Höhe des
Schotterparkplatzes fährt man links auf eine Schotterpiste. Es folgt ein
längeres auf und ab ehe ein langer Downhill hinunter ans Meer führt. Nach
knapp 17,5 km gelangt man an eine Weggabelung und fährt dort rechts leicht
bergauf und dann gleich 100 m später wieder rechts. Hier muss man evtl.
etwas suchen ... nach einem kurzen Schlenker durch ein paar Steinhäuser
hindurch sind wir plötzlich an einem traumhaften Sandstrand. Auf der
IGN-Karte liegt der Strand zwischen Alga Putrica und Punta Negra.
Der
Rückweg erfordert Orientierungssinn, mit Karte sowie Meer und Berge als
Anhaltspunkte geht`s aber. Wir fahren zunächst zurück zur Gabelung von Kilometer 17,5. Hier nun rechts auf
den Weg in Richtung Küste. Wir gelangen bei Kilometer 22 an eine Schranke,
steigen über diese und kommen an eine kleine Bucht. Am Strand entlang
erreichen wir die andere Seite der Bucht und von nun an ist Singeltrailspaß
direkt an der Küste angesagt. Bei Kilometer 24 endet dieser Trail und man
gelangt auf einen Weg, folgt diesem immer am Meer entlang bis zu einer Bucht
mit Kieselstrand. Dort schieben wir unser Bike über den Strand und am Ende
nehmen wir den links Richtung Berge führenden Weg. Die Orientierung hier
ist nicht ganz einfach, da anscheinend mehrere Wege in der Bucht münden.
Wir haben uns nach kurzen Kartenstudium für den richtigen Weg entschieden.
Jetzt aufpassen: bei Kilometer 29,8 erreicht man eine Steineinfahrt,
hier dem Hauptweg nach links folgen und bei Kilometer 30,3 die Rampe links
steil bergauf fahren. Bei km 31,1 fahren wir an der Gabelung links und bei
km 32,5 halten wir uns anschließend an der Gabelung geradeaus und bergauf.
Man gelangt schließlich wieder direkt zum Ausgangspunkt an der Weinschenke.
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Karte zu
Tour 8 |